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Red Sonja

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Dienstag, 26. Januar 2010, 19:53

Sie lief wieder ein paar Mal hin und her. Von ihren Wachen machte keiner auch nur Anstalten, dem Wunsch der Diebin nachzukommen. Genug Zeit zum nachdenken hatte sie also Man, eigentlich ist das Angebot vom König ja gar nicht schlecht. Danach hätte ich ausgesorgt. Sache ist nur die, das könnte verdammt gefährlich werden. Und dieser Blödmann Thulsa Doom wird kaum ruhig zusehen, wie wir seinen Untergang vorbereiten. Vermutlich müssen wir ihn nachher auch noch bekämpfen und allein bei dem Gedanken wird mir schon schlecht. Gerade wos mal gut läuft, muss ich ständig Angst haben, das er stirbt. Das ist echt nicht fair. Ach was solls. Mach ichs halt. Vielleicht geht ja auch alles gut und ich kann danach die Beine hochlegen und tun was ich will.
Sie trat zum Gitter, lehnte ihr Gesicht dagegen und blickte zur Seite, wo sie gerade eben eine der Wachen sehen konnte He du! Du kannst dem König ausrichten, dass ichs mache. Aber zu meinen Bedingungen! Die Wache sah sie spöttisch an, schüttelte dann abfällig lächelnd den Kopf und sagte Gut, ich teile es ihm mit. Sie löste sich von der Wand und ging davon, um entweder einen Boten zu beauftragen oder selber zu gehen. Leider machte die andere Wache keinerlei Anstalten sich zu rühren und somit nahm Layla ihre Wanderung wieder auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die Wache zurück Was immer du tun sollst, es muss wichtig sein. Der König selbst kommt noch einmal her.
Alles danach passierte unglaublich schnell. Nachdem jemand Na das ist doch mal eine gute Botschaft gesagt hatte, die Stimme kam Layla irgendwie bekannt vor, gurgelte die Wache ihr eigenes Blut aus und ging zu Boden. Ihrem Kamerad erging es nicht besser, auch er stürzte mit durchschnittener Kehle zu Boden. Und genau vor ihrer Zelle tauchte ein alter Bekannter auf. Draxonar.
Layla machte einen Riesensatz zurück bis an die Wand, duckte sich und starrte ihn feindselig an. Drax lehnte sich nur an die Gitter und lächelte sie unverschämt an Hab mich schon gefragt, wann du endlich zustimmst. Leider leider habe ich keine Zeit für dich meine Hübsche. Aber ich denke, nachdem ich den König getötet habe, nehme ich mir diesen Bogenschützen vor und dann, dann hab ich Zeit für dich. Mit einem unverschämt gut aussehendem Lächeln steckte er den Schlüssel ins Schloss, Layla duckte sich noch tiefer, und brach den Schlüssel ab Ich möchte ja sicher gehen, dass du noch da bist, wenn ich wieder komme. Leise lachend ließ er Layla zurück.
Sobald seine Anwesenehit verschwunden war, Layla konnte sich nicht erklären, warum sie ihn nicht gespürt hatte, sprintete sie zum Gitter und versuchte den Rest des Schlüssels aus dem Schlüsselloch herauszubekommen. Sie hatte nur wenig Zeit und musste schnell aus dem Verließ entkommen, um den König und Azzur zu warnen. Bei dem Gedanken an Azzur fuhr ihr ein kalter Schauder über den Rücken. Der wäre gegen Drax Schnelligkeit machtlos. Und sie bekam den verdammten Schlüsselrest nicht heraus! Panisch warf sie sich gegen das Gitter, schrie laut und versuchte es aufzubiegen. Alles umsonst.
Laylas Herz raste und sie warf sich immer wieder gegen das Gitter, bis sie schließlich mit starrem Blick aufhörte. Ihre Knie zitterten und die ersten Tränen bahnten sich ihren Weg über ihre Wangen, als Layla ein äußerst seltsames Gefühl bekam. Aller Kraft beraubt sank sie zu Boden, ihr Körper zitterte heftig und begann höllisch zu schmerzen. Irgendetwas stimmte nicht. Es fühlte sich an, als wenn ihre Knochen sich neue Positionen suchen würde. Als es Layla nach hinten riss und sie auf den Knien hockend schrie, fühlte sich ihr Körper an, als würde er gerade zerrissen werden. Aber es ging schnell. Als sie wieder Luft holte, war es vorbei. Sie wollte gerade das Gesicht gegen die Gitterstäbe lehnen, als sie unangenehm dagegen stieß. Erschrocken fasste sie an ihr Gesicht und starrte dann keuchend auf ihre Hände.
Entsetzt stemmte sie sich hoch und sah an sich herab. Sie hatte sich verwandelt! In einen Werwolf! Im Gegensatz zu dem anderen war sie zwar nur wenig gewachsen und wenig kräftiger geworden, aber es hatte gereicht, ihre Kleidung an den Säumen einzureißen und die Stiefel vollständig in Abfall aus Leder zu verwandeln. Schnell riss sie sich die Überreste von ihren Füßen und packte dann noch einmal die Gitterstäbe. Sie legte ihre ganze Kraft in das Auseinanderbiegen und es gelang. Für jemand mit kräftigerer Statur als Layla hätte der Platz nicht gereicht, aber sie konnte sich eben so durchquetschen. Die ersten Schritte fühlten sich merkwürdig an, weil ihr ganzer Körper nach vorne zog und schließlich ließ sie sich auf alle Viere nieder und lief so weiter. Es war wesentlich bequemer und ging auch viel schneller. Ein wildes Gefühl des Erfolgs durchströmte ihre Brust. Es fiel ihr immer schwerer, klare Gedanken zu fassen, somit konzentrierte sie sich auf ihr Ziel. Drax verfolgen und aufhalten.
Seinen Duft hatte sie in der Nase, aber auch noch einen anderen. Blut, jede Menge Blut. Nur mühsam schaffte sie es aus dem Verließ hinaus, als sie auch die Quelle des Blutes fand. Drei weitere tote Schwarze Drachen. Mühsam trennte sie sich von dem Anblick und rannte los, dem Geruch der Beute folgend. Des Mannes, der dieses Blutbad angerichtet hatte. Sie kam schnell voran, niemand war mehr auf den Straßen. Es war zu kalt und der Mann hatte vorgesorgt. Ihre scharfen Ohren vernahmen das Geräusch sehr schnell. Kampf.
Sie rannte noch schneller, nahm Abkürzungenn und war innerhalb von Sekunden am Platz des Geschehens. Der Mann hatte mehrere andere verletzt und wollte gerade einen anders als die anderen gekleideten angreifen. Dieser war in die Knie gegangen und Layla spürte sofort Respekt für ihn. Aber er war in Gefahr. Knurrend schnellte sie mit wenigen Sätzen heran und griff den Mann, ihre Beute, im Sprung an. Er war überrascht und schrie erschrocken auf, als Layla ihn mit voller Wucht traf und in den Schnee warf. Sie hatte ihn nicht beißen können und musste sich sofort mit einem Satz zruück in Sicherheit bringen, da er sie mit einem Messer angriff.
Knurrend zog sie die Hinterläufe an und begab sich in eine halb stehende Position. Der Mann stand selber ebenfalls sehr geschmeidig auf und pfiff dann laut. Sofort kamen aus mehrere Verstecken Bewaffnete. Layla sah sich kurz um und kam dann zu dem Schluss, dass sie den eindrucksvollen Mann schützen musste. Es war wichtig, das wusste sie. Daher machte sie einen großen Satz zurück und sah dem Mann bei der Flucht zu. Sie hätte iihm auch nicht folgen können. Bereits spürte sie die Erschöpfung. Mit Hilfe des Mannes schaffte sie es die Bewaffneten zu töten, als die Schwäche sie völlig übermannen wollte. Zitternd stand sie auf zwei Beinen und musterte den Mann, als die Rückverwandlung einsetzte. Diese war längst nicht so schmerzhaft wie die Verwandlung in einen Wolf, aber sie kostete Layla den Rest ihrer Energie. Bevor sie allerdings nichts mehr sagen konnte, hob sie die Hand und zählte ab Ich bekomme ein Haus im Reichenviertel, ich muss mich nicht darum kümmern, wie ich an Geld komme, wenn ich heirate, stellt diese Heirat alles bisher dagewesene in den Schatten.
Sie sah gerade noch, wie der König nickte, als sie das Bewusstsein verlor und hinterrücks in den Schnee fiel.
Der König schüttelte lächelnd den Kopf. Wäre diese kleine Diebin nicht das, was sie war, wäre er jetzt tot. Nun war auch klar, wie sie es geschafft hatte, in Atzels Festung einzudringen. Vorsichtig hob er die kleine Person auf, wunderte sich kurz, wie sie so leicht sein konnte und machte sich dann auf den Weg zur Taverne, in der er den Waldläufer Azzur wusste. Dort angekommen stieß er die Tür auf. Sofort sah er den Waldläufer und einen weißhaarigen Mann. Der Wirt und die restlichen Gäste holten erschrocken Luft, aber Conan ließ sich davon nicht beeindrucken. Er hatte wohl den Blick des Bogenschützen bemerkt, als er Layla gesehen hatte. Er trat zu ihm und legte ihm die kleine Diebin in die Arme.
Kommt morgen zu meinem Palast. Und Waldläufer? Mit der Diebin da hast du einen immens großen Schatz gefunden, den solltest du gut festhalten. Danach drehte sich der König um und ging.

Danan

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Mittwoch, 27. Januar 2010, 14:14

Azzur konnte seinen Augen nicht trauen. Seine Sinne schienen ihm einen Streich zu spielen. Eben hatte er noch in ein Glas voller Wein geschaut und nun sah er - König Conan! Conan hatte mit einem Tritt die Tür zur Taverne aufgestossen und trug in seinen Armen die Diebin, seine Geliebte, in den Armen. Er blickte wild um sich. Sein stechender Blick blieb schliesslich auf Azzur haften. Mit donnender Stimme sagte er - und es kam Azzur vor wie eine Offenbarung: "Kommt morgen zu meinem Palast. Und Waldläufer? Mit der Diebin da hast du einen immens großen Schatz gefunden, den solltest du gut festhalten."
Danach übergab er die Diebin in die Arme von Azzur, der mit offenem Munde da stand. Der Bogenschütze nahm seine Geliebte verwundert entgegen und antwortete: "Ich würde mein Leben für sie geben!"
Der König nahm diese Worte in sich auf und verliess die Gaststätte, ohne nur ein Wort zu sagen.
Selbst Ivyo blieben die Worte im Hals stecken. Schliesslich hatte er nicht wirklich etwas damit zu tun. Dennoch sah man ihm deutlich an, dass er gerührt war. Die Szenerie, die sich ihm offenbarte, verleitete ihn zu sagen: "Willkommen zurück, Layla!"
Azzur war mehr als nur verwirrt. Die Diebin schien ganz offensichtlich bewusstlos zu sein. Rasch trug er sie - unter den beobachtenden Blicken der noch anwesenden Gäste - die Stufen zu seinem Schlafgemach empor. Dort legte er sie behutsam auf das Bett. Layla schien völlig weggetreten zu sein. Der Bogenschütze wandte sich an Ivyo: "Wir müssen vorsichtig sein", mahnte er. "Anscheinend hat es jemand auf uns abgesehen!"

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jason

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Donnerstag, 28. Januar 2010, 21:05

Es ging alles ziemlich schnell. König Conan betrat das Gasthaus mit Layla auf den Armen. Sie schien das Bewusstsein verloren zu haben. Azzur machte einen großen Satz nach vorne, sodass der Stuhl umflog. Der Pirat stand langsam und ungläubig von seinem Platz auf. Seine Kinnlade fiel auf den Boden als er merkte, dass Conan persönlich vor ihm stand, doch schien es dem König nicht zu interessieren. Im Gegenteil, er nahm den Piraten noch nicht einmal war. Wieder ging alles zu schnell, um einen klaren Gedanken fassen zu können. Ehe sich der Weißhaarige versah, waren sie im Zimmer von Layla. Sie lag auf dem Bett und schlief.

Ivyo wandte sich zum Bett, dann lächelte er leicht. "Schön das du wieder hier bist, Chamäleon" "Willkommen zurück" Er stieß sich von der Fußkante des Bettes ab. Dann sah er zu Azzur. "Wir müssen nicht nur vorsichtig sein, wir müssen nun jeden Schritt voraus planen. Wir müssen wohl überlegt handeln, jeden einzelnen Gedanken des Gegners auffangen und analysieren. Was wir nun brauchen ist Zeit. Wir brauchen eine Strategie. Layla hat neue Fähigkeiten erworben die sehr nützlich für uns sind." Er zeigte mit einer hastigen Bewegung auf das Mädchen. "Jeder von uns besitzt ein Talent, welches von Nützen ist. Wenn wir nun genau überlegen was wir damit anstellen können dann ..." Er drehte sich um, setzte seine Hand an sein Kinn und schwieg. Er ging im Raum etwas auf und ab. "Könnten wir vielleicht Laylas Fähigkeiten dazu benutzen der Legende auf den Grund zu gehen? Der Legende von Thors Hammer? Mit dieser Waffe hätten wir definitiv größere Chancen gegen unseren Feind." Mit verträumten Welpenaugen sah er zu Layla, dann sah er neutral zu Azzur. Ivyo atmete ein, wollte gerade ansetzen, doch dann hielt er inne, denn das Chamäleon wachte in diesem Moment auf und verlangte im Wachtraum nach dem Bogenschützen.

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Donnerstag, 28. Januar 2010, 22:09

Layla brauchte einen Moment, um ihre Gedanken zu sortieren. Dann schreckte sie hoch und rief nach Azzur. Fast sofort sah sie sein Gesicht über ihrem. Er strich ihr übers Haar und sagte etwas von ausruhen und sich keine Sorgen machen.Layla schüttelte heftig den Kopf Nein, du verstehst nicht. Draxonar ist hier. Er hat versucht den König zu töten. Und ich....und ich habe mich verwandelt. Ich bin ein Werwolf geworden. Und dann habe ich mich zurückverwandelt. Draxonar ist geflohen. Wir müssen vorsichtig sein und...
Azzur hatte ihr einen Finger auf den Mund gelegt. Sie blinzelte ihn völlig verdutzt an. Ihr Verstand drehte sich im Kreis und sie kam immer wieder zum gleichen Ende, Draxonar war hier und wollte Azzur töten. Und sie musste ihn aufhalten. Trotzdem taumelte sie im sitzenden Zustand und sank zurück in die Kissen. Leise flüsterte sie So müde...
Ihre Augen fielen wieder zu, als sie gerade noch Ivyos weißen Schopf sehen konnte. Sie hob noch einmal die Hand, deutete auf Ivyo, aber was sie sagen wollte, verschlang die Erschöpfung und Layla fiel wieder in einen tiefen traumlosen Schlaf.

jason

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Freitag, 29. Januar 2010, 08:22

Der Weißhaarige war in Gedanken versunken. Er bemerkte wie Layla schwach auf ihrem Gesäß schwankte. Letzten Endes lies sie sich zurück ins Bett fallen.
Ivyo ging langsam an das verdreckte Fenster und sah hinaus. Die Dämmerung setzte ein und die Leute auf den Straßen suchten ihre Häuser auf. "Draxonar, dieser Bastard." Ivyo stützte sich am Fensterbrett ab. "Jetzt ist es noch wichtiger, dass wir achtsam sind. Wir sollten so bald wie möglich aufbrechen, denn früher oder später findet uns Draxonar." Der Weißhaarige drehte sich um und setzte eine ernste Mimik auf. Dann sah er zu Boden und ging zur Tür. Er öffnete sie halb und hielt inne. "Pass auf sie auf. Layla ist ein wichtiges Glied in unserer Truppe und ein wichtiger Schatz in deinem Leben. Lass beides nicht von Draxonar vernichten, verstanden Azzur?" Dieser nickte langsam und wandte sich kopfstreichelnd wieder Lalya zu.

Der Pirat ging zurück in sein Zimmer, setzte sich aber an den Tisch und öffnete seinen Lederbeutel. Münzen, Blätter und ein Teil einer vergilbten Karte sowie ein Winkelmesser und Kohle verteilten sich auf dem braunen Eichentisch. Der Pirat studierte das Stück Karte genau und seufzte breit. Er ließ sich in seinem Stuhl zurück fallen. "Wie lange habe ich schon versucht das Rätsel zu lösen. Ohne der anderen Teile, ist dieses Stück unnütz. Legende, oder Wahrheit? . . ."
Er schloss für einen kurzen Moment die Augen ehe er sie erschrocken aufdonnerte. Azzur hatte die Tür zu Ivyos Zimmer aufgeschlagen und stand schwer atmend im Rahmen. Scheinbar verging eine menge Zeit, denn der Mond stand strahlend am Himmel.

Danan

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Freitag, 29. Januar 2010, 20:57

Während Layla in einen tiefen Schlaf gefallen war, wachte Azzur über sie. Er sass an ihrem Bett und und wich ihr nicht von der Seite. Doch in seinem Kopf machten sich allerlei Gedanken breit. Was wollte dieser Drax von ihnen? Warum wollte er sie tot sehen? Wie kam es, dass er sie hier gefunden hatte? War er ihnen die ganze Zeit gefolgt?
Nach einer Weile verschränkte er die Arme auf dem Tisch und legte seinen Kopf darauf. Er schloss kurz die Augen, denn es war schon spät in der Nacht und er war müde. Als er sie wieder öffnete, war Layla verschwunden. Er musste zweimal hinschauen, doch tatsächlich - sie lag nicht mehr auf ihrem Bett. Auch im Zimmer war sie nicht mehr. Verdammt! Er musste kurz eingenickt sein.
Rasch sprang er auf und rieb sich kurz die Oberarme. Es war irgendwie kalt im Raum und dann bemerkte er, dass das Fenster offen war. Er ging darauf zu und warf einen Blick hinaus. Die darunterliegende Gasse schien menschenleer und der Mond stand in voller Pracht am Himmelszelt. Es musste demnach ungefähr Mitternacht sein. Vereinzelte, grosse Schneeflocken tanzten durch die klirrend kalte Nacht. Plötzlich sah er eine verhüllte Gestalt, die sich im Schatten der gegeüberliegenden Mauer befand. Der Hauch ihres Atems in der Kälte hatte sie verraten. Die beiden starrten sich kurz wie angewurzelt an, ehe sich der Vermummte aus dem Schatten löste und böse lachend mit einigen blitzartigen Sätzen ausser Reichweite sprang und verschwand.
"Draxonar!" stiess Azzur fluchend hervor. Er rannte auf den Gang hinaus und schlug die Tür zu Ivyos Gemach auf. "Draxonar ist hier!" rief er ausser Atem. "Und die Diebin ist verschwunden!"
Der Pirat schien wohl ebenfalls kurz eingenickt zu sein, denn er schaute ihn nur verwirrt an. "Was zum --"
"Wenn dir nur etwas an unserer Freundschaft liegt, dann bei Mitra, hilf mir sie zu suchen!"
Ivyo erhob sich von seinem Stuhl und griff zu seinen Waffen. "Gut, aber wir sollten zusammenbleiben", mahnte er. "Dieser Drax ist uns in der Dunkelheit der Nacht haushoch überlegen."
Seite an Seite rannten sie durch die schneebedeckten, menschenleeren Gassen von Alt-Tarantia, schauten in jeder Gasse nach, riefen den Namen der Diebin. Doch keine Spur von Layla. Und Drax war ebenso verschwunden.

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Freitag, 29. Januar 2010, 21:11

Irgendwann war Layla wieder aufgewacht. Dieses Mal waren ihre Gedanken klarer und sie erschrak ziemlich darüber, dass sie sich in einen Wolf verwandelt hatte. Azzur saß schlafend am Tisch.
Vorhin konnte ich fast nicht mehr richtig denken. Ich war wie ein Wolf, hätte ich mich nicht auf Drax als Beute versteift, wer weiß was dann passiert wäre. Der Duft des Blutes war verdammt verlockend. Was, wenn ich mich noch mal verwandle und dann Azzur angreife?! Bei Mitra, das darf nicht passieren! Verdammt, ich halte es hier nicht mehr aus, ich brauche frische Luft.
Leise stand die Diebin auf und ging zum Fenster. Sie war schon wieder recht sicher auf den Beinen. Draußen glitzerte der weiße Schnee im Licht des Mondes. Sonst war nichts zu sehen. Layla holte sich ein paar Sandalen, andere Schuhe hatte sie nicht mehr und streifte diese über ihre Füße. Dann öffnete sie das Fenster und kletterte geschickt hinaus. Draußen ging sie einfach ziellos drauf los und irrte durch die Straßen. Irgendwann kam sie dann zum Hafen.
Dort setzte sie sich in eine stille windgeschützte Ecke und genoß einfach die Kühle auf ihrer Haut. Die Panik, die sie kurz nach dem Aufwachen ergriffen hatte, war wie weggeblasen. Sie würde Azzur nie verletzen, egal was passierte. Ihr waren wohl einfach nur die Nerven durchgegangen. Gerade als sie aufstehen wollte, um zur Taverne zurückzugehen, hörte sie wie jemand ihren Namen rief.
Sie trat zurück auf den Pier und sah nach oben. Dort oben waren Azzur und Ivyo und riefen nach ihr. Layla winkte und rief Ich bin hier unten. Die beiden kamen ihr entgegen und Azzur nahm sie ziemlich heftig in den Arm. Er war völlig außer Atem. Layla war erst etwas verdutzt, aber dann meldete sich ihr schlechtes Gewissen. Drax war in der Stadt und sie trieb sich alleine, ohne einem der beiden Bescheid zu sagen, in der nächtlichen Stadt herum.
Schuldbewusst blickte sie zu Boden, als Azzur sie los ließ Tut mir Leid. Als ich aufgewacht bin, war ich total durcheinander und bin deswegen einfach los gelaufen. Ich hab gar nicht dran gedacht, einem von euch beiden Bescheid zu sagen. Noch einmal leise flüsterte sie Es tut mir Leid. Ihr Blick war immer noch gen Boden gerichtet.

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Freitag, 29. Januar 2010, 21:32

Azzur kam sich etwas blöd vor, hatte er doch aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. "Ich hab Drax in der Nähe der Taverne gesehen", versuchte er sich zu rechtfertigen. "Und da du weg warst, dachte ich, dir sei etwas zugestossen." Der Bogenschütze liess von ihr ab. Er griff in den Schnee und formte daraus einen Ball, den er mit voller Wucht ins Meer hinaus warf. "Wir müssen etwas gegen diesen Drax unternehmen. Ich will nicht dauernd besorgt sein und mir vorkommen wie ein Hase, der von einem Habicht gejagt wird." Er drehte sich wieder zu den beiden um und schaute zuerst Ivyo, dann Layla ins Gesicht. "Jemand eine Idee, warum er uns verfolgt und was wir dagegen tun können?"

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Freitag, 29. Januar 2010, 21:58

Der Pirat schüttelte den Kopf. Er sah wie die Wellen des Meeres an die Bucht schlugen. Dann sah er zu Azzur. "Wir können nur eines tun. Raus auf die See. Auf dem Meer kann uns Drax nicht überraschen. Auf dem Meer haben wir die Zügel in den Händen. Ich kenne mich auf See prima aus und habe viele Schlachten auf einem Schiff gefochten. Drax dürfte unterlegen sein. WIR, haben auf der See den entschiedenen Vorteil." Er tupfte mit seinem Fuß im Schnee. Dann sah er zu Layla. "Schön das zu wohlauf bist." Er lächelte, wandte sich zurück zu Azzur und dann blickte er aufs Meer. "Leider haben wir kein Schiff. Diese billigen Fischkutter bringen uns hier kaum weiter. Ich kenne ein Plätzchen, an dem eines meiner besten Schiffe steht. Es war einst das schnellste Schiff auf dem Meer. Wenn wir uns dieses zurück holen und Drax auf See locken, haben wir die Schlacht so gut wie gewonnen. ..." Ivyo seufzte, sein kalter Atem vermischte sich mit der Luft. Er ließ die Schultern hängen und drehte sich nun mit dem Rücken zu seinen Freunden. "Die Sache ist die. Tja. ... Das Schiff. ..." Nun blickte er verschwitzt zum Bogenschützen und seiner Freundin. "Es ist praktisch gesehen mein Schiff. Allerdings befindet es sich in keinem tollen Zustand und außerdem habe ich vergessen zu erwähnen tja . . . Ich. ... Das Schiff ... Nun. ... " Ivyo stotterte. Layla stampfte mit dem Fuß auf und zeigte mit einem ernsten Blick, dass Ivyo die Spielchen lassen sollte. Der Pirat hielt seine Hände schützend vor seinem Körper und fuhr fort. "Okay okay. Das Schiff befindet sich zur Zeit in anderen Händen. Es ist als Pfand abgegeben. Ich habe Schulden bei einem meiner Piratenkumpels und er äh. Er stellte mich zur Wahl. Das Schiff oder mein Leben. Wobei wenn ich ihm mein Leben gegeben hätte, hätte er auch mein Schiff bekommen. Ihr versteht? Auf jeden Fall schulde ich ihm einen Batzen voll Gold. Ich habe ihm einst eine wertvolle Truhe gestohlen. Sie war voller Kristalle, Schmuckstücken und Gold. Oha jaahaa VIEEEL GOLD" Ivyo war in Gedanken versunken und er sabberte. Schließlich wurde er unsanft in die Realität zurückgeholt. Azzur ließ von seiner Schulter, dann zuckte der Pirat mit diesen. " Wenn wir ein seetüchtiges Schiff auftreiben könnten, dann zeige ich euch, mit welchem Kaliber wir Drax fertig machen." Ivyo schloss die Augen und hob einen Finger. "In der Zeit kann ich nur hoffen, dass Drax uns auf See nicht erwischt und ich ihn nicht unterschätze." Sein Blick wurde ernst. Jeglicher Frohsinn entwich. Nun war der Pirat besorgt.

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Montag, 1. Februar 2010, 18:54

Layla blickte Ivyo genervt an Der und seine verdammten Boote.
Stattdessen schnaubte sie und fragte, schon wieder leicht genervt Und wie willst du ihn besiegen, wenn er sich in einem der mehr als ein Dutzend Verstecken versteckt und dich aus den Schatten heraus anspringt. Der König ist ein klasse Kämpfer, aber er hätte keine Chance gegen ihn gehabt. Außerdem haben wir wohl anderes zu tun, als durch die Gegend zu schippern und einem Märchen hinterherzujagen. Wenn wir den Seeweg nehmen müssen, okay, dann helf ich dir, dein blödes Schiff freizukaufen. Ansonsten verschon mich damit!Weil wir es dann einfach nicht brauchen!
Wie schaffte Ivyo es eigentlich nur immer, sie so wütend zu machen? War es, wegen seiner Anhänglichkeit an Boote? Das es immer einen Haken hatte? Egal was es war, Layla war wieder fuchsteufelswild und stapfte wütend zurück zur Taverne. Vergessen war die Scham, dass sie vergessen hatte, einem der beiden Bescheid zu sagen. Mit langen Schritten eilte sie zurück und spürte ein seltsames Gefühl in der Brust, das sie an die Verwandlung erinnerte, nur war es dieses Mal viel schwächer.
Ohne Umschweife verschwand sie in dem Zimmer, das sie sich mit Azzur teilte, entkleidete sich und kroch unter die Decke. Als Azzur kam, tat sie so, als wenn sie schlafen würde. Nur kurz danach tat sie es auch.
Am nächsten Morgen wachte sie ziemlich früh auf und rieb sich die Augen. Azzur schlief noch und es schien, als wenn er Probleme mit der Atmung hatte. Als sie ihm die Hand auf die Stirn legte, zuckte sie zurück. Er hatte Fieber. Seufzend stand sie auf und ging nach unten. Der Wirt war bereits wach. Sie bestellte sich ein Frühstück und gab dem Wirt die Aufgabe einen Heilkundigen zu holen und nach Azzur zu sehen. Dann saß sie ruhig im Schankraum und frühstückte.

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Montag, 1. Februar 2010, 19:34

Der Weißhaarige lies seine Schultern fallen. Er ballte eine Hand zu einer Faust und schluckte. "Hast du einen besseren Vorschlag? Ich mach mir wenigstens Gedanken. Und die Sangt Montana ist KEINES Falls ein Märchen. Sie ist ein reales Schiff, das sich in meinem Besitz befindet" Er zog seine Augenbrauen zusammen und guckte wütend. "Ein Schiff ist jedenfalls sicherer als diese verwinkelten Gassen aus dene er uns jederzeit abschlachten könnte. Ein Schiff ist überschaubar." Als Layla sich umdrehte und gehen wollte, schrie der Pirat etwas hinterher, wobei er sich nicht sicher war, ob sie das überhaupt mitbekam. "JA RENN DAVON WIE DU ES IMMER TUST, WENN DIR ETWAS NICHT IN DEN KRAGEN PASST!" Der Pirat war sauer. Er wuchtete sich um und sah mit einer bebenden Lippe zu Azzur. "Geh zurück zur Taverne. Ich werde vor Anbruch des Tages nicht zurück kommen. Ich brauch nun einen Spaziergang ... einen l a n g e n Spaziergang." Wütend stapfte der Pirat in einen Schneehaufen, dann verschwand auch er. Zu seinem Übel, fing es nun an zu schneien.

Er hatte sich bereits weit entfernt. Die Nacht blieb trüb und der Schnee fiel aus allen Wolken. Der Pirat zitterte am Leib, doch spürte er die Kälte vor Wut nicht. Er hatte seine Hände in den Taschen und so stolzierte er durch die Straßen. Nach einer langen Weile setzte er sich auf einen Randstein der Straße und beobachtete, wie nach und nach die Lichter der Häuser erloschen. Er ließ nach einer kurzen Zeit den Kopf sinken, dann seufzte er. "Frauen. Ein Mysterium für sich. Erst wollen sie, dass man eine Lösung für ein Problem findet, dann wird man angefahren, wenn man einen Vorschlag mit einbringt. Was hat die Frau überhaupt gegen mich? Ich akzeptiere ihre Vorschläge doch auch und geh ihr nicht seelisch an die Gurgel, weil mir ihre Fantasien nicht in den Kram passen." Er schüttelte den Kopf. Langsam erhob sich sein eingeschneiter Kopf, was man unter den weißen Haaren so und so nicht bemerkte. Er hielt eine Hand offen und beobachtete, wie die Schneeflocken durch die Wärme seiner Hände zu schmelzen begannen. Dann ging eine Tür in der Gasse auf und ein kleines Kind rannte auf die Straßen. Eine kleine Katze folgte ihr und spielte sich im Schnee. <<"Guck mal Mami. Schnurri spielt mit den Flocken. Hihi"<< So wie der Kater umher sprang, so tanzte das kleine Mädchen im Kreis. Ihre Fußspuren verteilten sich im Schnee gleichmäßig. Plötzlich hielt sie inne als sie den Piraten auf der Straße sitzen saß. Sie zog ein langes Gesicht. War etwas verängstigt. Die Mutter rannte auf die Straße und zerrte ihr Kind am Ärmel. Ivyo beobachtete das Mädchen und winkte ihr lächelnd zu. Das kleine Mädchen sah zu ihrer Mutter empor und zeigte mit einem Finger auf den Piraten. <<"Guck mal. Da sitzt ein Mann auf der Straße"<< erwähnte sie vorsichtig. Misstrauisch und verängstigt, hob die Mutter das Kind auf ihren Arm und ging mit der Katze zurück ins Haus. Als das Licht in der Gasse erlosch, erlosch auch das Grinsen des Piraten in seinem Gesicht. Erneut seufzte er. Dann stand er mit dem Gefühl der Leere auf und machte sich auf den Weg zur Taverne.

Dort angekommen machte er sich noch nicht einmal die Mühe in sein Zimmer zu gehen um zu schlafen. Er wusste im Vorfeld, dass es eine unruhige und schlaflose Nacht werden würde. So saß er sich an einen Tisch und starrte mit halbwegs offenen Augen auf die Treppen, die hinauf ins Schlafgemach führten.

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Dienstag, 2. Februar 2010, 11:18

Nach dem Frühstück dauerte es noch eine Weile bis ein Heilkundiger kam. Layla führte ihn nach oben in ihr Zimmer. Azzur war mittlerweile aufgewacht und fühlte sich nicht besonders gut. Der Heilkundige untersuchte ihn und verordnete dann strenge Bettruhe und Kräuter gegen Fieber. Azzur hatte sich wohl eine leichte Erkältung eingefangen. Da sich Layla auf den Weg zum Palast machen wollte, küsste sie ihn auf die Stirn und verließ dann das Zimmer wieder. Im Schankraum bestellte sie ein Früstück für ihn und verließ dann mit nach vorne gerichtetem Blick die Taverne.
Draußen wandte sie sich in Richtung des Palastes. Es war kalt, aber die Sonne schien und kein Wind ging mehr. Die Hände tief in der Kleidung vergraben, den Kopf eingezogen stapfte sie durch den Schnee. An einer stillen Ecke verstellte ihr plötzlich eine Person den Weg. Laylas Augen wurden schmal und sie zog eine Hand aus ihrer Kleidung. Sofort verwandelten sich ihre Finger in lange gefährliche Krallen. Vor ihr stand Drax. Dieser wich ein Stück zurück als er ihre Hand sah, sagte aber nichts.
Stattdessen sagte Layla etwas Ich geb dir einen guten Rat, Drax. Verschwinde. Sollte dem König, Azzur oder dem Piraten was passieren, kannst du sicher sein, dass ich dich finde. Und dann werde ich dich töten. Aber nicht schnell. Du hast gestern gesehen, wozu ich in der Lage bin. Sieh zu das du Land gewinnst und lauf mir nie wieder über den Weg, verstanden?! Drax Augen wurden schmal, er knirschte mit den Zähnen, verschwand aber. Laylas Hand wurde wieder normal und sie stopfte sie wieder in ihre Kleidung.
Sie blieb noch eine Weile stehen, um sicher zu gehen, dass Drax wirklich verschwand. Als sie sich ziemlich sicher war, ging sie weiter zum Palast.

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Dienstag, 2. Februar 2010, 19:45

Der Pirat saß die ganze Nacht am Tisch und starrte ins Leere. Sein Kopf war voll mit Dingen, die er versuchte zu ordnen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, legte er seine Stirn auf die Holzplatte und schlief in einer unangenehmen Position ein.

Der nächste Tag brach schnell an. Gäste strömten herein und auch die Mieter der Zimmer, kamen langsam in Rudeln die Treppe hinunter. Layla war bereits unten im Raum gewesen. Sie unterhielt sich mit dem Wirt und setzte sich danach mit einem Frühstück in den Schankraum. Der Pirat beobachtete sie ständig. Lies keine Minute seinen Blick von ihr. Er studierte jede Regung in ihrem Gesicht und jede Bewegung ihres Körpers. Langsam aber sicher fing der Magen von Ivyo an zu knurren. Mit einem verzogenem Gesicht stand er auf und bestellte sich etwas zu Essen. Spiegeleier und ein paar Streifen Speck sollten genügen, um den Tag anzufangen. Er leckte sich mit seiner Zunge über die Lippen und schmatzte leise.

Genüsslich aß er sein Frühstück und tupfte sich hin und wieder mit einem Tuch die Mundwinkel ab. Gute Sitten hatte der Pirat eben auch. Es dauerte nicht sehr lange und ein Mann mit einer schwarzen, ausgebeulten Tasche trat in den Schankraum. Layla stand auf und ging mit dem Mann nach oben. Der Pirat verzog seinen Mundwinkel. Er ertappte sich, wie eine Augenbraue langsam zu seiner Stirn nach oben kroch."Wer ist dieser Kerl? Er sah mir mit seiner Tasche eher wie ein Mediziner aus. Ist was mit Azzur? Nein, das hätte mir Layla gesagt." Er zerschnitt das Ei in der Mitte und der gelbe, flüssige Dotter verteilte sich auf dem Teller und verschmolz mit dem fettigen Speck zu einer unbeschreiblichen Pampe. Er legte das Besteck beiseite und zerknüllte das Tuch. "Vielleicht sollte ich mal nachsehen?" Gerade als der Weißhaarige aufstehen wollte, kam Layla die Treppen hinunter. Sie steuerte die Tür an und verließ die Gaststädte. Wohin sie wollte wusste der Pirat nicht. Mit langsamen Schritten ging er die Holztreppen hinauf. Schließlich klopfte er an der Tür von Azzur und öffnete diese langsam. Tatsächlich hatte sich der Pirat nicht geirrt. Der Mann von vorhin war ein Mediziner gewesen, der sich um Azzur kümmerte. Wortlos ging der Pirat rückwärts aus dem Zimmer und schloss leise und unbemerkt die Tür. "Azzur sah die Tage davor gar nicht krank aus. Hoffentlich geht es im schnell besser. Wer weiß wann Drax das nächste Mal zuschlagen wird."

Mit schnellen Schritten verließ auch der Pirat die Gaststädte und folgte dem Pfad in die Innenstadt. Ein reges Treiben herrschte auf den kalten Straßen. Der Pirat hatte sein Hemd zugeknöpft und seine Hände in den Taschen verstaut. Er klapperte leicht mit den Zähnen und sein warmer Atem verteilte sich in der Luft. Es schien, als wäre es kälter geworden.
Nach ein bis zwei Stunden des Umherwanderns, beschloss der Pirat die Gaststädte aufzusuchen. Er bog mit zügigen Schritten in der nächsten Gasse ein und stieß mit einem vermummten Mann zusammen. Der Pirat bückte sich und hob seine Brille auf. Entschuldigend richtete er sich auf. "V-Verzeihung Sir. Ich hatte Sie nicht kommen sehen." Der Verhüllte Mann fing plötzlich an ein leichtes, spitzes Grinsen aufzusetzen. Plötzlich riss Ivyo seine Augen auf. Sein sichtbarer Atem strömte an die Luft. "W-was ist das? D-dieser Schmerz?" Seine Augen wurden glasig und Blut rannte dem Piraten seinem Mundwinkeln hinunter. Das Grinsen des Mannes wurde breiter. Ivyo krümmte sich und hielt sich seinen Bauch. Langsam blickte er nach unten. Mit einer verschwommenen Sicht sah er, wie sich der weiße Stoff seines Hemdes rot färbte. Seine Muskeln verkrampften und er fing an sich nach vorne zu beugen.

Der Wind pfiff durch die Gassen und stahl dem Weißhaarigen jegliche Chancen sich bemerkbar zu machen. Er fiel auf die Knie, konnte vom Boden aus nur nach oben blicken. Hilfe suchend griff er nach dem Mantel des Mannes. Mit seiner anderen Hand hielt er sich seinen Bauch. Er röchelte und versuchte mit einem lautlosen Bewegen des Mundes nach Hilfe zu rufen. Es dauerte nicht lange, dann spürte der Pirat die Kälte nicht mehr. Als die Dunkelheit den Weißhaarigen schließlich einnahm, fiel er regungslos auf den Boden. Das Gewicht von Ivyo zog den Mantel zu Boden, sodass die Gestalt zu sehen war. Mit einem dreckigen Grinsen und einem blutigen, kleinen Messer, stand Drax vor dem Piraten und fing an ihn mit dem Mantel einzukleiden. Als Drax die Kapuze über das Gesicht des Piraten zog, stützte er ihn und verschwand damit unbemerkt in den Menschenmassen.

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Red Sonja

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Donnerstag, 4. Februar 2010, 15:41

Es war ein seltsames Gefühl, einfach so in den Palast hineinzumarschieren und nur ein kurzes Nicken der Wachen zu bekommen. Niemand sprach sie an, niemand hielt sie auf. Schließlich kam sie im Thronsaal an und marschierte einfach auf den König zu. Dieser erhob sich und lächelte sie mit nach oben gehaltenen Handflächen an. Nach ein paar kurzen Höflichkeitsfloskeln bat er sie in seine privaten Gemächer, wo er sich mit ihr über ein paar Karten und Beschreibungen setzte. Erst redete nur der König, erzählte ihr, was sie besorgen oder überprüfen sollte, zeigte ihr die Beschreibungen und die sicheren wie eventuellen Standorte, dann redete Layla. Gezielt fragte sie nach den Orten, der genauen Natur der Gegenstände und mit welchem Widerstand sie zu rechnen hatte.
Es war weit nach mittag, als die beiden endlich fertig waren und der König ihr noch einmal versichert hatte, dass ihre Forderungen erfüllt würden. Mit einer Tasche voll mit Papier verließ Layla den Palast wieder, die Wachen nickten ihr wieder nur kurz zu, ignorierten sie aber sonst. Kaum aus dem Palast heraus strebte sie zurück zur Taverne und setzte sich dort in den Schankraum. Von den ganzen Informationen brummte ihr der Schädel und sie hatte ziemlichen Hunger. Bevor sie allerdings zu Mittag aß, kippte sie fast einen ganzen Krug Wasser hinunter. Später ging sie nach oben zu Azzur, der wieder oder immer noch schlief.
Um ihn nicht zu stören machte Layla es sich vor dem Fenster mit einer Karte und den Papieren des Königs bequem. Auf der Karte zeichnete sie alle Standorte ein und überlegte dann, wie sie am besten zu den jeweiligen Orten kamen. Nur widerstrebend gab sie zu, dass sie wirklich ein Schiff brauchen würden. Ivyo würde also sein geliebtes Spielzeug wieder bekommen. Da gab es dann nur die Problematik, dieses Schiff wieder auszulösen. Sie hatten zwar noch einiges an Geld vom Kampf gegen die Vanir, aber das würde bei weitem nicht reichen, um ein Schiff zu bezahlen. Und wieviele Schulden Ivyo da drauf geladen hatte, konnte sie nur raten.
Es war bereits später Nachmittag, als Layla sich von den Papieren löste und wieder nach unten ging. So langsam kam es ihr komisch vor, dass sie den Piraten noch nicht gesehen hatte. Normalerweise hing er doch immer irgendwo rum und betrank sich.

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